Social Media Week

Bergfest auf der Social Media Week!

Heute ist Mittwoch, also sowieso Bergfest, aber auch im Rahmen der Social Media Week und für mich als Hörer ist auch Bergfest: zwei Veranstaltungen habe ich schon mitgenommen, befinde mich gerade auf dem Weg zur dritten und heute Abend folgt dann noch die vierte. Ich kann mich echt glücklich schätzen, dass hier so was kostenfrei auf die Beine gestellt wird und ich ein Teil davon bin.

Tag 1:
Los geht’s nun also mit der Ersten Veranstaltung am Montag…Social Media Jobs bei Faktor3. Dort ging es, wie der Titel schon sagt, um die verschiedenen Jobs im Social Media Bereich. Hierbei muss man allerdings hinzufügen, dass eben diese Jobs und deren Bezeichnung einer Fluktuation unterworfen sind, wie es sie wohl nirgends sonst gibt. Jeden Tag sprießen hier frühlingshaft neue Stellenbezeichnungen aus dem Boden. Vom Social Media Analyst über Creative Technologist zum Visual Storyteller…eine Menge irrwitzig klingender Bezeichnungen.

Kommen wir zu Faktor3:
Sitzen tut die AG mit 140 Mitarbeitern in Wandsbek, gut für mich, da kann ich mit dem Bike hin :) Faktor3 hat schon einige große Kampagnen gemacht, ich hab gestaunt…Ihr kennt doch sicher noch die Fast-Blamage mit dem Otto Gesicht „Brigitte“? Das erinnert mich doch glatt an damals, als in der Schule der Klassenclown als Sprecher gewählt wurde, einfach nur weils lustig war. Brigitte war ein Student, ja es war ein Mann, mit Blonder Perücke und völlig dämlich dargestellt. Die große Frage war natürlich: soll man diesen Typen nun als Gesicht für Otto zulassen, nur weil die Masse das witzig findet? Die Antwort von Faktor3 lautete „JA“! Die Aufmerksamkeitswirkung war enorm, ähnlich dem Bahlsen-Keks-Klau. Also alles richtig gemacht. Stumpf ist halt trumpf, wie Dendemann so schön sagt. Aktuell ist Faktor3 übrigens im Gespräch durch die Berlinale bzw. den Samsung Award für Handy-Kurzfilme, die unter dem Motto „Discover Berlin in Motion“ liefen.

Was habe ich an dem Tag an gutem Content mitgenommen?
Erklärt wurde am Beispiel von „Miles-per-answer.com“, wie Faktor3 von der Ideenfindung bis zum Ende der Kampagne vorgegangen ist. Das war sehr interessant, denn die an der Umsetzung Beteiligten haben jeweils ihren Part am Ganzen erklärt. Gute Tips hieraus waren:

  • Generiert Insights: Ihr müsst euch fragen, worüber die Leute reden! Bei Miles per Answer war ausschlaggebendes Thema: Urlaub Australien gern, aber unter Sicherheitsgesichtspunkten. Danach wird erst die Strategie definiert: es wurde nach einem effizienten Wegf gesucht, der den Usern Antworten bietet und dabei Glaubwürdig ist
  • Findet die Maniacs dieser Welt, die für euer Thema wichtig sind: Menschen, die eh schon auf dem Gebiet tätig sind und somit eben auch schon etliche Zuhörer und eine große Reichweite haben
  • Findet eure Interaktionszielgruppe: Es geht also um die Menschen, die erlebt haben und mit denen reden, die erleben wollen
  • Motiviert eure User: Das lief über, wie der name schon sagt, Meilen pro Antwort. Die, die viel gefragt und geantwortet haben, wurden quasi mit Meilen belohnt, ein ganz einfaches Prinzip.

Am besten ihr schaut selbst unter Mit miles per answer und tourism australia nach australien. FYI: Der Link führt zu Faktor 3, nicht zur Facebook App. Falls ihr Faktor3 auf Twitter folgen wollt, schaut hier.

Tag 2: „Es gibt nie zu viele Infos, nur die falschen Filter“
Mein Vortrag für Dienstag lautete: Social Media Manager, das unbekannte Wesen. Haha :) Sehr schöner Titel, kann ich nur sagen. Vivian Pein, Social Media Managerin (in Elternzeit) der Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH hat ziemlich anschaulich berichtet, womit man sich als Social Media Manager auseinandersetzen muss.

Zu den Aufgaben des SMM zählen:

  • Entwicklung der Social Media Strategie
  • Entwicklung und Koordination von SM Aktivitäten
  • Monitoring und Reporting [Man braucht ein Frühwarnsystem und einen Stimmungssensor]
  • Content- und Change Management
  • Schnittstellenfunktion: Ihr gehört nicht zum Marketing, auch wenn man das gerne glauben mag (Marketing betreibt Spamming, darum geht es beim SMM nicht! Wenn ihr eure Kunden via FB sinnlos mit Werbung zuknallt, laufen die ganz einfach weg)
  • Krisenkommunikation: Vorbereitung und Durchspielen von Worst-Case Szenarios; wenn der Shitstorm kommt, seid darauf vorbereitet!

Zu den Charaktereigenschaften, die ihr mitbringen solltet, gehören u.a.:

  • Extrovertiertheit
  • Diplomatisches Geschick
  • Durchsetzungsvermögen
  • Technisches Grundverständnis: Ihr solltet einfach wissen, wie WordPress, Xing und so weiter funktionieren
  • Präsentationsfähigkeiten
  • Leidenschaft

Ihr werdet damit konfrontiert, alles umkrempeln zu müssen. Die Menschen haben Angst vor Social Media – Zeug und sind auch manchmal einfach zu stur, um sich noch damit auseinanderzusetzen oder es fehlt ihnen schlichtweg die Zeit. Vivian hat zum Beispiel empfohlen, sich zu Beginn die einzelnen Abteilungen anzuschauen und dort auch mal einen Tag mitzumachen, um die Arbeitsabläufe und Prozesse kennen zu lernen. Nur, wenn man die Probleme versteht, kann man angemessen reagieren. Zusätzlich ist noch zu sagen, dass SMM nicht als Abteilung, sondern eher als Ansatz, als Stabsstelle gesehen werden sollte. Merkt euch einfach: Dinge werden autark, wenn sie etwas bringen. Wenn ihr also durch das SMM die negativ-Meinungen über euren Kunden um 10% reduzieren könnt und dafür die positiv-Meinungen um 50% anhebt, dann werden auch die Verkaufszahlen steigen und ihr werdet respektiert.

Leseempfehlung von Vivian Pein: „Life‘s a Pitch: How to Sell Yourself and Your Brillian Ideas“ von Roger Mavity und Stephen Bayley

So, das war es…über die Vorträge von Tag 3 werde ich euch morgen informieren!

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